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Planungsdaten
Wettbewerb
Wettbewerb: Mai 2022
Projektdaten
Anzahl Klassen: 17
Anzahl Gruppenräume: 5
Anzahl Turnhallen: 2 - 10 x 18 m
Grundstücksgröße: 9.494 m²
Bebaute Fläche: 1.790 m²
Nutzfläche: 3.763 m²
Auftraggeber
Marktgemeinde Kottingbrunn
Team
Architektur: goya, Kosaplaner
Visualisierung: Schreiner Kastler
Freiraum: DnD
PROJEKTBESCHREIBUNG
Städtebaulicher Ansatz
Städtebaulicher Ausgangspunkt für den vorliegenden Entwurf ist die vorliegende Bebauungsstruktur, die nicht nur im direkten Anschluss an die Volksschule eine Dreifachsporthalle aufweist, sondern auch durch eine bereits bestehende hohe Bebauungsdichte des Bauplatzes gekennzeichnet ist.
Um eine weitere Versiegelung der geringen Grünflächen durch einen flächigen Zubau zu vermeiden und dem Baukörper der Volksschule gegenüber jenem der Sporthalle mehr räumliche Präsenz zu verleihen sieht der Entwurf eine Aufstockung des bestehenden Volumens um ein weiteres Geschoß vor. Durch Abriss des als Annex hinzugefügten Hortgebäudes und Auffüllen der baulichen Lücken im Randbereich entsteht somit ein im bestehenden Straßenraum klar ablesbarer, kompakter Baukörper, der trotz Flächenerweiterung einen geringeren Fußabdruck als die Bestandsstruktur aufweist. Somit kann zusätzlicher Freiraum für die Schule gewonnen und der Flächenversiegelung nachhaltig entgegengewirkt werden.
Der behutsame Umgang mit dem Bestand sieht vor, funktionierende bestehende Strukturen, wie etwa den Turnsaal zu erhalten und schlüssig in den neuen Baukörper zu integrieren. Auch die bestehende Anbindung an die angrenzende Sporthalle bleibt erhalten, wodurch hinsichtlich einer zukünftigen Sanierung der Halle eine großmögliche Flexibilität gewahrt wird.
Architektonisches Konzept
Wesentlicher Entwurfsgedanke für die räumliche Organisation der Schule ist die Schaffung einer klaren internen Struktur, die auf zentralen, gemeinschaftlich genutzten Erschließungsflächen beruht. Diese „Herzstücke“ bilden sich auf mehreren Ebenen ab und gewährleisten eine größtmögliche Flexibilität hinsichtlich der Raumbelegung.
Im Zentrum, direkt durch den Haupteingang erschlossen, findet sich das größte dieser „Herzstücke“, welches mit einer multifunktionalen Stiegenanlage das verbindende Element über alle Geschoße darstellt. Um dieses wiederrum gliedern sich die einzelnen Cluster, die sinnbildlich als gestapelte Dörfer jeweils um einen zentralen Marktplatz organisiert sind. Charakteristisch hierbei ist die Ausbildung von fünf räumlichen Clustern, wobei ein Cluster Verwaltungsräumlichkeiten und Sonderunterrichtsräume bündelt. Dadurch gewährleistet die geschaffene räumliche Struktur eine freie und flexible Belegung der bereitgestellten Cluster, je nach den individuellen Bedürfnissen der zukünftigen NutzerInnen. Der dargestellte Vorschlag sieht den Sondercluster zentral gelegen im 1. Obergeschoß vor, dieser kann aber etwa ebenso im Erdgeschoß situiert werden. Alle Räume des Clusters werden über einen großzügigen, natürlich belichteten Marktplatz erschlossen, der räumliche Nischen für konzentriertes Arbeiten ermöglicht. Über den Marktplatz gelangt man auch auf die jedem Cluster zugeordneten Lernterrassen, welche wiederrum über Außenstiegen mit dem Gartenbereich verbunden sind.
Im Anschluss an die weitläufige Stiegenanlage mit Lufträumen und Sitzstufen, sind die gemeinschaftlich genutzten Sanitärbereiche angeordnet. Im dargestellten Entwurf fungiert die im Erdgeschoß befindliche Zentralgarderobe als Schmutzschleuse zwischen Außen- und Innenbereich, die Garderoben können allerdings ebenso in den einzelnen Clustern situiert werden. Ein separater Eingang im Bereich des Turnsaals steht für die externe Nutzung des Turnsaals zur Verfügung. Räumlich und funktional schlüssig gliedern sich im Erdgeschoß ein Mehrzweckraum und die großzügige Aula an den Haupteingang an und bilden damit auch sinnbildlich das „Herzstück“ des Gebäudes. Im Norden erweitert sich die Aula in Form einer weitläufigen Terrasse nach außen und schafft so eine Verbindung zwischen Außen- und Innenraum.
MATERIALITÄT UND NACHHALTIGKEIT
In Hinblick auf nachhaltiges Bauen stellen die Verringerung der Flächenversiegelung und die Nutzung vorhandener baulicher Ressourcen zentrale Punkte dar. Beides wird im vorliegenden Entwurf forciert.
Durch geringe Adaptionen kann der bauliche Bestand weitestgehend erhalten werden, der bestehende Turnsaal etwa wird durch einen vorgelagerten „Stadl“ als überdachte Außenraumerweiterung mit einer Außentreppe schlüssig in den neuen Baukörper integriert und thermisch saniert.
Durch die Aufstockung kann der Fußabdruck des Gebäudes gegenüber der bestendenden Struktur sogar verringert werden. Dadurch steht nicht nur mehr begrünbare Fläche im Freiraum, sondern auch mehr Wasserspeichermasse für heiße Sommer zur Verfügung.
Die Aufstockung im 2. Obergeschoß erfolgt im Leichtbau, um den Bestand statisch möglichst gering zu belasten. Eine thermisch sanierte Außenhülle verbindet Alt und Neu, wobei eine hinterlüftete Fassade mittels Holzlamellen den Einsatz nachhaltiger Baustoffe ermöglicht.
Entscheidend für die wirtschaftliche Umsetzung des Projektes ist die Realisierung in sechs Bauetappen. Durch einen strukturierten Bauablauf kann der Umbau unter regulärem Vollbetrieb der Schule erfolgen, wodurch von Ausweichquartieren wie kostspieligen Containerprovisorien abgesehen werden kann. Diese kostengünstige Bauoptimierung schafft ökonomische Ressourcen für eine qualitativ hochwertige Ausstattung von Innen- und Außenraum.